Donnerstag, 28. Dezember 2017

Vermissen ist mir eine fremde Sprache.
Wie kann mir jemand fehlen, den ich doch längst an meiner Seite habe?

Samstag, 4. November 2017

" Was soll ich von einer Frau denken, die mir bei jedem Streit die Schlüssel wegnimmt? Was soll ich von dir denken?" Ich zucke die Schultern, ich weiß es einfach nicht. "Ich habe mich mit einem Freund unterhalten, ich habe ihn gefragt, was er davon hält. Und ob er so einer Frau vertrauen könnte.  Ob er sich verlassen würde." Mutlos und gefrustet schlürfe ich an meinem Mojito. Dass dieses Treffen kein Versöhnungsangebot war, war mir spätestens klar, als er sagte, er könne mir nichts zu der Dringlichkeit des Termins sagen. Nur, dass ich da sein müsse.
Nun sitze ich neben ihm in einer schummrigen Cocktailbar und wünsche mir, dass der Rum in meinem Getränk stärker gewesen wäre. Mich nur seinen Konfrontationen ausgesetzt zu sehen, während die Inhalte eines jeden Streites komplett ausgeklammert werden, finde ich weder richtig noch fair. Wie oft hat er gemeine Dinge in Rage gesagt, wie oft die Geduld verloren?
"Ich frage mich noch einmal, was habe ich von dir zu erwarten? Kann ich dir überhaupt vertrauen?" Ich schaue ihm in sein ernstes, kühles Gesicht. Ich sollte an seiner Stelle sitzen und ihm dieselben Fragen stellen. Ich versetze ihn nicht andauernd, ich priorisiere nicht immer wieder meine eigenen Interessen gegenüber meinem Partner. "Ich weiß, dass ich oft überreagiere. Und ich versuche mich zusammenzureißen. Aber ich bin temperamentvoll", setze ich zu einer Antwort an, "und außerdem treibst du mich nun mal manchmal zur Weißglut. Du hast mich wiederholt sitzengelassen, das regt mich auf. Jedes Mal brauchst du eine extra Einladung, am besten schriftlich und mit ausdrücklicher Bitte, dabei hast du mir doch erst kürzlich einen Vortrag über die Selbstverständlichkeiten in einer Beziehung gehalten. Ich sehe es ein Stück weit selbstverständlich, dass du mir bei dem Umzug zur Hand gehst." - " Das haben wir schon besprochen, ich werde dir demnächst nicht mehr verbindlich zusagen, um dich nicht mehr zu enttäuschen", antwortet er etwas gereizt, "aber das ist immer noch keine Antwort auf meine Frage. Soll es immer so weiter gehen? Jedes Mal eskalieren?" Ich zucke wieder mit den Schultern. Egal was ich ihm darauf antworten würde, die einzig zufriedenstellende Antwort wäre doch die, die ich nicht geben kann und werden. Ich bin wie ich bin und habe meine Gründe, so zu sein. Daran wird auch er nichts rütteln.