Freitag, 14. April 2017

Nicht wie sonst mit zwei Wein zu viel, sondern bei einem stillem Bier überkommt es mich mal wieder. Die Gewissheit, zwischen all dem Glück noch etwas zu missen. Oder vielleicht eher wen? Mein Glück ist mittlerweile ziemlich durchschnittlich außergewöhnlich. Manchmal zickt es und macht mir das Leben schwer, an anderen Tagen trotzt es mir so selbstbewusst entgegen, als müsse es mir beweisen, das einzige zu sein. Aber wieso sollte es das müssen?
Mein Glück und ich wissen, dass wir längst nicht so im Reinen sind, wie wir scheinen. Nach außen haben wir diese eine, außergewöhnliche Liebesgeschichte geschaffen. So eine, die auf den Muskeln einer großen, abenteuerlichen Reise ruht und...wachsen sollte. Aber mit jedem Tag, an dem ich mehr geliebt werde, mit jeder Sekunde, in der die Sehnsucht nach mir wächst, falle ich in mich zusammen. Ich liebe auch, aber mittlerweile so anders, dass ich die Zukunft dieses Glückes nicht mehr sehen kann. Ich liebe, weil ich mich wohlfühle und bin wer ich vielleicht schon immer mal sein wollte. Aber gleichzeitig liebe ich nicht. Ich liebe nicht, weil es nicht die eine große Liebe ist. Ich liebe nicht, weil es nicht mein Zuhause ist. Und weil ich das Vergangene nicht umkehren kann.
Manchmal schauen mein Glück und ich uns dann etwas erschöpft und übermüde fraglos an, die Hände voller auswegloser Strategien, die alle irgendwo hinführen, aber nie an dieses eine Ziel. Es ist nicht hoffnungslos, aber doch zu hoffnungsvoll. Mit einem Schulterzucken schmeißen wir dann all die Pläne übereinander, seufzen einmal laut und holen tief Luft. Am Ende ist es doch kein Ende, sondern immer nur ein Anfang. Und man sollte immer nur weitermachen, bis ein neuer Anfang blüht.
Doch selbst wenn wir beide wissen, dass mittlerweile nichts mehr für immer ist, sind wir manchmal traurig. Denn mein Glück und ich, wir würden so gerne glauben, eine Chance zu haben. Eine Chance, um dieser einer jemand für immer zu sein.

Dienstag, 22. November 2016

Let it in, let it go. (2)

Manche Tage werden zu Gewitternächten, in denen einem trotz all der Wärme ein Schauer über den Rücken läuft. Nicht, weil man alleine ist und sich fürchten müsste, nein. Das große Glück liegt seelenruhig schlummernd zwischen den durchgeschwitzten Lacken, Arme weit von sich gestreckt, als würde es nur auf mich warten. Aber während draußen weiße Blitze über den Himmel zucken und mir innen die Hitze zu Kopfe steigt, mich fast erstickt, weiß ich nicht, ob dort mein wahrer Platz ist. Und irgendwo, in den Schatten besagter Nachtstunden, sehe ich es aufleuchten. Das kleine Glück, über 16000 Kilometer entfernt, mit braungrünen Augen. Nicht, dass ich dort nun hingehören würde, mein Glück liegt immer noch hier im Bett. Es ist größer und heller in jeder Facette, was sollte ich vermissen? Doch genau das beunruhigt mich immer wieder. Selbst nach einem Jahr schlägt man Herz manchmal seltsam taktlos, taumelt in Traumpausen rückwärts und liegt plötzlich wieder in der Vergangenheit. Es schmachtet die vergangenen Tage an, obwohl es die Gegenwart kennt. Dabei habe ich doch längst akzeptiert,was ich nicht ändern kann und mich so mutig in ein neues Leben gestürzt?